Im September 2026 ist astrologisch viel los.

Der Monat beginnt unter der Sonne in der Jungfrau. Damit richtet sich der Blick zunächst stärker auf das Konkrete: Was funktioniert im Alltag? Was braucht mehr Aufmerksamkeit? Welche Gewohnheiten sind hilfreich – und wo wäre eine kleine Veränderung sinnvoller als ein grosser Vorsatz?

Besonders um den 10. und 11. September kommt einiges in Bewegung. Venus wechselt in den Skorpion, Merkur in die Waage und Uranus wird in den Zwillingen rückläufig. Wenige Stunden später folgt der Neumond in der Jungfrau.
In der zweiten Monatshälfte kehrt Chiron nochmals in den Widder zurück. Am 23. September wechselt die Sonne in die Waage und markiert zugleich die Tagundnachtgleiche. Gegen Monatsende folgen ein Vollmond im Widder, Mars im Löwen und schliesslich Merkur im Skorpion.

Im Hintergrund wird am 16. September das Sextil zwischen Neptun im Widder und Pluto im Wassermann erneut exakt. Dieser langsame Aspekt begleitet uns über mehrere Jahre. Vorstellungen davon, wie wir leben, arbeiten, miteinander kommunizieren und gesellschaftliche Verantwortung gestalten, verändern sich. Vieles davon geschieht schleichend und wird vielleicht erst im Rückblick als tiefgreifend erkannt.
Der September scheint deshalb weniger nach schnellen Antworten zu fragen. Er lädt dazu ein, genauer hinzuschauen, zu unterscheiden und Veränderungen zunächst einmal wahrzunehmen.

Die grösseren Bewegungen des Monats

Freitag, 4. September – Abnehmendes Viertel des Mondes in den Zwillingen

Beim abnehmenden Viertel bildet der Mond in den Zwillingen ein Quadrat zur Sonne in der Jungfrau. Beide Zeichen werden von Merkur regiert. Damit rücken Denken, Wahrnehmen, Informationen und die Art, wie wir Zusammenhänge ordnen, besonders in den Vordergrund.

Die Zwillinge sammeln Eindrücke, stellen Fragen und interessieren sich für unterschiedliche Sichtweisen. Die Jungfrau prüft genauer. Sie möchte unterscheiden, was brauchbar ist, welche Information wirklich weiterhilft und was vielleicht nur zusätzliche Unruhe erzeugt.

Noch nie standen uns so viele Informationen zur Verfügung wie heute. Innerhalb weniger Minuten können wir Nachrichten, Meinungen, wissenschaftliche Aussagen, persönliche Erfahrungen und unterschiedlichste Erklärungen zu beinahe jedem Thema finden.

Doch mehr Informationen bedeuten nicht automatisch mehr Klarheit.

Manchmal entsteht gerade das Gegenteil. Je mehr wir lesen, vergleichen und suchen, desto schwieriger wird es, zu erkennen, was für die eigene Frage tatsächlich wichtig ist. Das abnehmende Viertel eignet sich deshalb gut, um auch gedanklich etwas aufzuräumen.

Welche Informationen helfen mir wirklich weiter?
Welche Gedanken drehen sich nur im Kreis?
Und welche Frage ist überhaupt meine eigene – und welche wurde mir durch andere Menschen, Nachrichten oder soziale Medien nahegelegt?

Die Jungfrau-Sonne kann dabei helfen, sorgfältig zu unterscheiden, ohne sich in Perfektion zu verlieren. Nicht jede Unsicherheit muss vollständig beseitigt werden, bevor wir handeln können. Manchmal besteht Klarheit nicht darin, alles verstanden zu haben. Sie entsteht vielmehr dadurch, dass wir erkennen, was im Moment wesentlich ist. Vielleicht muss deshalb nicht jede Nachricht gelesen, nicht jede Diskussion verfolgt und nicht jede fremde Meinung eingeordnet werden.

Der Geist braucht ebenso wie der Körper Zeiten der Aufnahme und Zeiten der Verarbeitung.

Donnerstag, 10. September – Venus wechselt in den Skorpion

Venus geht in SkorpionIn der Waage sucht Venus Begegnung, Austausch und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den eigenen Bedürfnissen und denen anderer Menschen. Im Skorpion wird Beziehung intensiver. Oberflächliche Harmonie genügt weniger. Vertrauen, Nähe, Verbindlichkeit und die Bereitschaft, auch schwierigere Gefühle miteinander auszuhalten, können stärker in den Vordergrund treten.

Wirkliche Nähe entsteht nicht nur dort, wo Menschen einer Meinung sind. Manchmal braucht sie auch den Mut, eine Enttäuschung anzusprechen, eine Unsicherheit zuzugeben oder einen Wunsch auszusprechen, den man bisher lieber für sich behalten hat.

Venus im Skorpion besitzt ein feines Gespür dafür, wenn etwas nicht ganz übereinstimmt. Das kann Beziehungen vertiefen, wenn dieses Gespür zu mehr Offenheit führt. Es kann jedoch auch Misstrauen fördern, wenn aus einer Wahrnehmung sofort eine Gewissheit wird.

Man spürt vielleicht, dass etwas anders ist – und beginnt bereits, die Erklärung dafür zu erfinden. Gerade hier kann es hilfreich sein, zwischen Wahrnehmung und Interpretation zu unterscheiden. Dass wir etwas empfinden, ist wirklich. Was der andere denkt, möchte oder beabsichtigt, wissen wir deshalb noch nicht.

Donnerstag, 10. September – Merkur in Waage und Uranus wird rückläufig

Merkur geht in Waage und Uranus wird rückläufigAm selben Tag wechselt Merkur von der Jungfrau in die Waage. Damit verändert sich die Art des Denkens und Kommunizierens. Merkur in der Jungfrau fragt: Was stimmt? Was funktioniert? Was lässt sich verbessern?
Merkur in der Waage erweitert die Frage: Wie sieht der andere die Sache? Wo unterscheiden sich unsere Standpunkte? Und gibt es vielleicht eine Sichtweise, die beide Seiten berücksichtigt?

Diese Fähigkeit könnte gerade in einer Zeit wertvoll sein, in der gesellschaftliche Diskussionen schnell in Lager zerfallen. Verständigung bedeutet nicht, Unterschiede kleinzureden. Vielleicht beginnt sie viel einfacher: mit der Bereitschaft, einen Gedanken zunächst zu verstehen, bevor wir entscheiden, ob wir ihm zustimmen.

Nur wenige Stunden später wird Uranus in den Zwillingen rückläufig.
Seit seinem Eintritt in dieses Zeichen bringt Uranus Bewegung in Themen wie Kommunikation, Wissen, Medien, künstliche Intelligenz und die immer schnellere Verarbeitung von Informationen. Die rückläufige Phase kann den Blick stärker darauf lenken, was diese Veränderungen mit uns machen. Wie verändert sich unser Denken, wenn Antworten jederzeit verfügbar sind? Was geschieht mit unserer Aufmerksamkeit? Und wie viel eigenes Nachdenken möchten wir an technische Systeme abgeben?

Uranus rückläufig bedeutet keine Rückkehr zum Alten. Vielmehr kann die bisherige Entwicklung überprüft werden. Nicht jede Neuerung muss verworfen werden. Aber auch nicht jede Neuerung wird allein deshalb wertvoll, weil sie neu ist.

Freitag, 11. September – Neumond in der Jungfrau

Neumond in JungfrauAm frühen Morgen stehen Sonne und Mond auf rund 18 Grad Jungfrau zusammen. Nach den vielen Bewegungen des Vortages wirkt dieser Neumond beinahe wie eine Einladung, das Geschehen wieder auf den Boden zu holen.
Die Jungfrau fragt nicht in erster Linie nach grossen Visionen. Sie fragt: Was kann ich tatsächlich tun? Was würde meinen Alltag verbessern? Welche kleine Veränderung hätte langfristig eine gute Wirkung? Neumonde stehen für einen neuen Anfang. In der Jungfrau muss dieser Anfang nicht spektakulär sein.

Vielleicht besteht er darin, eine Gewohnheit zu verändern, den Tagesablauf etwas besser den eigenen Kräften anzupassen, eine liegengebliebene Aufgabe aufzunehmen oder etwas zu vereinfachen, das unnötig kompliziert geworden ist.

Die Jungfrau besitzt die Fähigkeit, genau hinzuschauen und Schwachstellen zu erkennen. Schwierig wird es erst, wenn aus dem Wunsch nach Verbesserung die Vorstellung entsteht, wir selbst oder unser Leben müssten zuerst vollkommen sein.

Dann wird aus Aufmerksamkeit Selbstkritik.
Ein Jungfrau-Neumond kann deshalb ebenso die Frage stellen, ob eine Veränderung aus Fürsorge oder aus Unzufriedenheit entsteht. Es macht einen Unterschied, ob wir sagen: „Mit mir stimmt etwas nicht, deshalb muss ich mich ändern.“ Oder: „Ich sehe etwas, das mir nicht guttut, und möchte besser für mich sorgen.“

Mars im Krebs steht harmonisch zu diesem Neumond. Dadurch kann die Bereitschaft wachsen, aus einer Erkenntnis etwas Konkretes entstehen zu lassen. Vielleicht möchten wir besser auf unsere Kräfte achten, unser Zuhause verändern, für jemanden sorgen oder eine Situation so gestalten, dass wieder mehr innere Sicherheit entsteht.

Dieser Neumond lädt, wie schon gesagt, nicht zu einem grossen Neustart ein. Er erinnert eher daran, dass nachhaltige Veränderungen häufig unscheinbar beginnen. Ein neuer Rhythmus. Eine klare Entscheidung. Eine Aufgabe weniger. Oder ein kleiner Schritt, der sich im wirklichen Leben bewährt.

Freitag, 18. September – Chiron kehrt in den Widder zurück

Chiron kehrt rückläufig nochmals aus dem Stier in den Widder zurück. Im Juni hatten wir seinen ersten Eintritt in den Stier betrachtet. Dort begannen Fragen nach materieller und körperlicher Sicherheit, Selbstwert und dem Umgang mit unseren Lebensgrundlagen stärker hervorzutreten.

Nun geht Chiron nochmals zurück. Das bedeutet nicht, dass die Stier-Themen erledigt wären. Vielleicht war dieser erste Aufenthalt eher ein kurzer Blick auf Fragen, die uns in den kommenden Jahren noch ausführlicher beschäftigen werden.
Im Widder berührt Chiron wieder die Frage, wie selbstverständlich wir uns selbst einen Platz im Leben zugestehen. Darf ich sein, wie ich bin? Darf ich meinen eigenen Weg gehen? Kann ich für meine Bedürfnisse einstehen, ohne ständig kämpfen zu müssen?

Verletzungen in diesem Bereich können sich darin zeigen, dass jemand sehr schnell kämpfen muss – oder umgekehrt grosse Schwierigkeiten hat, sich überhaupt zu behaupten. Die reifere Form liegt vielleicht zwischen diesen Polen. Wir können uns selbst vertreten, ohne den anderen zum Gegner machen zu müssen.

Chirons Rückkehr kann deshalb nochmals ältere Erfahrungen berühren, in denen Selbstbehauptung, Mut oder das Recht auf den eigenen Weg eine Rolle spielten. Nicht um alte Wunden immer wieder neu zu untersuchen. Sondern vielleicht, um zu bemerken, dass wir heute anders mit ihnen umgehen können.

Freitag, 18. September – Zunehmendes Viertel im Schützen

Mond zunehmendes Viertel in SchützeAm Abend bildet der Mond im Schützen ein Quadrat zur Sonne in der Jungfrau. Die Jungfrau betrachtet das Naheliegende und Konkrete. Sie möchte wissen, welcher nächste Schritt sinnvoll ist. Der Schütze richtet den Blick weiter. Er fragt nach Sinn, Richtung und dem grösseren Zusammenhang. Diese Spannung kennen viele Menschen.

Wir können sehr beschäftigt damit sein, einzelne Aufgaben gut zu erledigen und irgendwann feststellen, dass wir gar nicht mehr wissen, weshalb wir sie eigentlich tun. Umgekehrt können grosse Visionen begeistern, solange niemand fragt, wie sie im Alltag verwirklicht werden sollen.

Vielleicht lohnt es sich deshalb zu fragen: Passt das, womit ich meine Tage verbringe, noch zu dem Leben, das ich führen möchte? Nicht jede alltägliche Aufgabe muss einen höheren Sinn erfüllen. Doch wenn über längere Zeit ein grosser Abstand zwischen dem entsteht, was wir tun, und dem, was uns wichtig ist, macht sich häufig Unzufriedenheit bemerkbar.
Der Schütze kann eine neue Perspektive eröffnen. Die Jungfrau erinnert gleichzeitig daran, grosse Überzeugungen an der Wirklichkeit zu prüfen. So kann aus dieser Mondphase eine hilfreiche Verbindung entstehen: Der Schütze zeigt die Richtung. Die Jungfrau schaut, welcher nächste Schritt tatsächlich möglich ist.

Mittwoch, 23. September – Sonne wechselt in die Waage

In der Nacht zum 23. September tritt die Sonne in die Waage ein. Damit beginnt zugleich der astrologische Herbst. Tag und Nacht befinden sich im Gleichgewicht.

Nach den Wochen der Jungfrau, in denen Ordnung, Alltag und praktische Fragen im Mittelpunkt standen, richtet sich der Blick nun stärker auf Beziehungen und das Gleichgewicht zwischen unterschiedlichen Bedürfnissen. Waage bedeutet jedoch nicht, dass immer alles harmonisch sein muss. Wirkliches Gleichgewicht ist lebendig und verändert sich ständig.
In einer Beziehung kann einmal der eine mehr Unterstützung benötigen, später der andere. In einem Gespräch können unterschiedliche Standpunkte nebeneinanderstehen, ohne dass sofort entschieden werden muss, wer recht hat. Waage sucht nicht zwingend Gleichheit. Sie sucht ein Verhältnis, in dem unterschiedliche Seiten berücksichtigt werden.

Gerade gesellschaftlich könnte darin eine wichtige Qualität liegen. Wir erleben viele Diskussionen, in denen Menschen sehr schnell voneinander wissen, was der andere angeblich denkt, welche Absichten er verfolgt und welchem Lager er zuzuordnen ist.

Vielleicht beginnt Verständigung manchmal ganz einfach damit, einen Menschen zunächst zu fragen, was er eigentlich meint. Die Sonne in der Waage erinnert daran, dass Beziehung nicht bedeutet, sich selbst aufzugeben. Ebenso wenig bedeutet Selbstbestimmung, nur die eigenen Bedürfnisse zu berücksichtigen. Zwischen diesen beiden Polen entsteht Begegnung.

Samstag, 26. September – Vollmond im Widder

WiddervollmondAm frühen Abend steht der Mond im Widder der Sonne in der Waage gegenüber. Damit erreicht eines der zentralen Themen des Monats seinen Höhepunkt:
Ich und Du.
Der Widder fragt: Was will ich? Was brauche ich? Wo möchte ich meinem eigenen Impuls folgen?
Die Waage fragt: Wie wirkt mein Handeln auf den anderen? Was braucht unsere Beziehung? Und wo ist Ausgleich notwendig?

Diese beiden Seiten stehen nicht wirklich im Widerspruch. Eine Beziehung braucht Menschen, die sich selbst kennen. Und Selbstbestimmung braucht die Fähigkeit zu erkennen, dass wir nicht allein auf der Welt leben. Schwierig wird es, wenn eine Seite die andere vollständig verdrängt. Wer immer nur Rücksicht nimmt, kann irgendwann den Kontakt zu den eigenen Bedürfnissen verlieren. Wer ausschliesslich dem eigenen Impuls folgt, bemerkt vielleicht zu spät, welche Wirkung das auf andere Menschen hat.

Dieser Vollmond erhält durch Neptun eine besondere Färbung. Der Mond steht sehr nahe bei Neptun im Widder. Dadurch können Gefühle, Sehnsüchte und innere Impulse besonders stark wahrgenommen werden. Gleichzeitig muss noch nicht sofort klar sein, was sie eigentlich bedeuten.
Vielleicht spüren wir sehr deutlich: So möchte ich nicht weitermachen. Ich brauche etwas anderes. Ich möchte handeln. Doch zwischen diesem Empfinden und der passenden Handlung kann noch ein Weg liegen.
Neptun kann Mitgefühl, Intuition und ein feines Gespür für innere Bewegungen fördern. Er kann aber auch dazu führen, dass Wünsche, Ängste und Wirklichkeit ineinanderfliessen. Deshalb scheint mir bei diesem Vollmond eine Frage besonders hilfreich: Was möchte aus meinem Gefühl heraus tatsächlich getan werden – und was wäre nur eine spontane Reaktion?

Das knüpft an den Vollmond in den Fischen vom August an. Damals lautete eine zentrale Frage: Was empfinde ich – und welche Erklärung gebe ich diesem Gefühl? Der Widder-Vollmond führt diesen Gedanken einen Schritt weiter. Wenn ich mein Gefühl wahrgenommen und vielleicht besser verstanden habe: Was mache ich nun damit? Nicht jedes Gefühl verlangt eine Handlung. Und nicht jede Handlung muss sofort geschehen.

Der Mond steht gleichzeitig harmonisch zu Pluto im Wassermann und Uranus in den Zwillingen. Dadurch können neue Sichtweisen entstehen. Etwas, das bisher festgefahren erschien, lässt sich vielleicht aus einer anderen Perspektive betrachten. Gerade der Widder möchte gerne unmittelbar handeln. Doch wirkliche Entschlossenheit zeigt sich nicht nur darin, schnell zu reagieren. Manchmal besteht Mut darin, einen Augenblick länger hinzuschauen und dann genau den Schritt zu tun, der dem eigenen Anliegen wirklich entspricht.

Montag, 28. September – Mars wechselt in den Löwen

Mars wechselt in WidderMars wechselt aus dem Krebs in den Löwen. Im Krebs handelte Mars stärker aus emotionalen Beweggründen. Schutz, Zugehörigkeit, Familie und persönliche Sicherheit konnten viel Energie freisetzen. Im Löwen wird diese Kraft sichtbarer.
Mars möchte gestalten, etwas bewegen und den eigenen Willen deutlicher zum Ausdruck bringen. Das kann Mut und schöpferische Energie fördern. Vielleicht fällt es leichter, eine Idee umzusetzen, ein persönliches Projekt voranzubringen oder sich selbstverständlicher zu zeigen. Schwierig wird es, wenn Handeln zu stark mit Anerkennung verbunden wird und daraus ein Kräftemessen entsteht.

Die reifere Form dieser Marsstellung braucht nicht unbedingt eine Bühne. Sie handelt aus Freude an der eigenen Kraft. Ein Mensch muss nicht grösser werden, indem er einen anderen kleiner macht. Nach dem empfindsamen Widder-Vollmond kann Mars im Löwen helfen, einen erkannten Impuls tatsächlich umzusetzen. Nicht um etwas zu beweisen. Sondern weil etwas aus uns heraus Gestalt annehmen möchte.

Mittwoch, 30. September – Merkur wechselt in den Skorpion

Merkur wechselt in SkorpionAm letzten Tag des Monats wechselt Merkur aus der Waage in den Skorpion. Während Merkur in der Waage unterschiedliche Sichtweisen abwägt und nach Verständigung sucht, möchte Merkur im Skorpion genauer wissen, was unter der Oberfläche liegt. Gespräche können dadurch intensiver werden. Man gibt sich vielleicht weniger schnell mit einer höflichen oder allgemeinen Antwort zufrieden.

Warum reagiert jemand so? Was ist das eigentliche Motiv? Was wurde nicht ausgesprochen? Diese Fähigkeit zum tieferen Fragen kann wertvoll sein. Doch wer überall nach verborgenen Motiven sucht, findet irgendwann welche – selbst dort, wo vielleicht gar keine besonderen Absichten vorhanden sind. Ein Verdacht ist noch keine Erkenntnis.
Merkur im Skorpion kann sehr klar denken, wenn er bereit ist, auch die eigene Interpretation zu hinterfragen. Dann entsteht Tiefe nicht durch Misstrauen. Sie entsteht durch die Bereitschaft, genauer hinzuschauen.

Monatsgedanke

Der September beginnt mit der Frage, welche Informationen wir wirklich brauchen, und endet mit dem Wunsch, unter die Oberfläche zu schauen. Dazwischen liegt eine bemerkenswerte Bewegung. Der Neumond in der Jungfrau lädt dazu ein, das eigene Leben im Kleinen bewusster zu gestalten. Venus im Skorpion vertieft die Beziehungsebene. Merkur in der Waage erinnert daran, andere Sichtweisen zunächst verstehen zu wollen. Uranus wird rückläufig und lenkt den Blick darauf, wie der rasante Wandel unserer Informationswelt eigentlich auf uns wirkt. Chiron kehrt nochmals in den Widder zurück und berührt Fragen von Selbstbehauptung und dem Recht auf den eigenen Weg. Die Waage-Sonne bringt das Gegenüber ins Spiel. Und beim Vollmond im Widder begegnen sich schliesslich das eigene Bedürfnis und die Verantwortung gegenüber anderen.

Vielleicht lässt sich der Monat deshalb mit einer einfachen Bewegung beschreiben:
Wahrnehmen – unterscheiden – verstehen – handeln.
Wir müssen nicht aus jedem Gefühl sofort eine Entscheidung machen. Wir müssen nicht jede Information sofort bewerten. Und wir müssen einen anderen Menschen nicht vollständig verstanden haben, bevor wir ihm zuhören können.
Bewusstheit entsteht vielleicht gerade in dem kleinen Raum zwischen Wahrnehmung und Reaktion. Dort können wir prüfen, ob ein alter Reflex handelt oder ob wir tatsächlich das tun, was der gegenwärtigen Situation entspricht. Innere Klarheit bedeutet nicht, immer sofort zu wissen, was richtig ist.

Manchmal zeigt sie sich vielmehr in der Bereitschaft, einen Augenblick länger hinzuschauen.

Die kleineren Wellen des Mondes – Zeichenwechsel des Mondes

Neben den grossen Mondphasen verändert der Mond etwa alle zweieinhalb Tage das Tierkreiszeichen. Dadurch entstehen feinere Schwankungen, die sich im Alltag als unterschiedliche Bedürfnisse und Stimmungen bemerkbar machen können.
Diese Hinweise beschreiben keine festen Regeln. Nicht jeder Mensch erlebt einen Mondwechsel gleich deutlich.

Dienstag, 1. September, 10:04 Uhr Mond im Stier
Der Monat beginnt mit dem Wunsch nach Ruhe, Verlässlichkeit und einem guten Boden unter den Füssen. Praktische Aufgaben, Natur und ein bewusster Umgang mit den eigenen Kräften können wohltuend sein.

Donnerstag, 3. September, 13:50 Uhr Mond in den Zwillingen.
Gedanken und Gespräche kommen stärker in Bewegung. Neugier hilft, unterschiedliche Sichtweisen kennenzulernen. Gleichzeitig muss nicht jede neue Information sofort weiterverarbeitet werden.

Samstag, 5. September, 16:33 Uhr Mond im Krebs
Nähe, Geborgenheit und persönliche Bedürfnisse treten stärker hervor. Ein vertrautes Umfeld kann wohltun. Empfindlichkeit muss dabei nicht gleich bedeuten, dass etwas falsch läuft.

Montag, 7. September, 18:52 Uhr Mond im Löwen
Lebensfreude, Kreativität und persönlicher Ausdruck gewinnen an Bedeutung. Eine gute Zeit, etwas zu tun, das Freude macht und aus dem eigenen Inneren kommt.

Mittwoch, 9. September, 21:38 Uhr Mond in der Jungfrau
Der Blick richtet sich auf Details und praktische Verbesserungen. Aufgaben lassen sich ordnen und manches kann vereinfacht werden. Perfektion ist dafür nicht notwendig.

Samstag, 12. September, 01:55 Uhr Mond in der Waage
Beziehung und Austausch rücken stärker in den Vordergrund. Unterschiedliche Interessen lassen sich leichter nebeneinander betrachten. Harmonie braucht jedoch auch Ehrlichkeit.

Montag, 14. September, 08:45 Uhr Mond im Skorpion
Gefühle können intensiver werden. Oberflächliche Erklärungen reichen weniger. Ehrliches Hinschauen kann klären – solange Wahrnehmung nicht vorschnell mit Gewissheit verwechselt wird.

Mittwoch, 16. September, 18:43 Uhr Mond im Schützen
Der Blick weitet sich. Sinnfragen, neue Ideen und Bewegung können guttun. Begeisterung ist hilfreich, solange grosse Vorstellungen noch Platz für die Wirklichkeit lassen.

Samstag, 19. September, 06:57 Uhr Mond im Steinbock
Aufgaben, Verantwortung und das Machbare treten hervor. Ausdauer hilft, Angefangenes weiterzuführen. Auch Erholung gehört jedoch zu einem tragfähigen Umgang mit den eigenen Kräften.

Montag, 21. September, 19:16 Uhr Mond im Wassermann
Abstand kann neue Perspektiven ermöglichen. Gewohnte Vorstellungen lassen sich leichter hinterfragen. Eigenständigkeit und Verbindung müssen sich dabei nicht ausschliessen.

Donnerstag, 24. September, 05:26 Uhr
Mond in den Fischen Die Wahrnehmung wird empfindsamer. Gefühle, Musik, Natur und stille Momente können stärker wirken. Nicht alles, was empfunden wird, muss sofort erklärt werden.

Samstag, 26. September, 12:26 Uhr Mond im Widder
Die Energie wird unmittelbarer. Eigene Bedürfnisse möchten ernst genommen werden und ein nächster Schritt kann deutlicher werden. Vor einer spontanen Reaktion lohnt sich dennoch ein kurzer Moment des Hinschauens.

Montag, 28. September, 16:43 Uhr Mond im Stier
Nach den bewegten Tagen um den Vollmond kehrt wieder mehr Bedürfnis nach Ruhe und Bodenhaftung ein. Was Bestand haben soll, darf sich nun im Alltag bewähren.

Mittwoch, 30. September, 19:28 Uhr Mond in den Zwillingen
Der Monat endet beweglicher und neugieriger. Gespräche und neue Gedanken können nochmals andere Perspektiven eröffnen. Nicht jede offene Frage muss allerdings noch im September beantwortet werden.

Die Zeichenwechsel des Mondes erinnern uns daran, wie beweglich unser inneres Erleben ist.
Ein Bedürfnis, das heute sehr wichtig erscheint, kann wenige Tage später deutlich weniger Gewicht haben. Umgekehrt kann etwas, das wir lange kaum wahrgenommen haben, plötzlich in den Vordergrund treten.
Das macht Gefühle nicht unwichtig. Es erinnert lediglich daran, sie nicht vorschnell für eine endgültige Wahrheit über unser Leben zu halten.

Der Mondkalender im Alltag

Mit den Zeichenwechseln des Mondes werden traditionell auch Empfehlungen für Gartenarbeiten, Körperpflege und verschiedene Alltagstätigkeiten verbunden. Bestimmte Mondstellungen gelten beispielsweise als günstig für das Pflanzen, Säen, Umtopfen oder Haareschneiden.

Solche überlieferten Erfahrungen können interessante Anregungen sein und Ihre Wirksamkeit ist tatsächlich nicht ganz von der Hand zu weisen. Sie sollten jedoch nicht wichtiger werden als die konkrete Situation.
Ein Mondkalender kann dazu anregen, Rhythmen bewusster wahrzunehmen. Vielleicht liegt gerade darin ein sinnvoller Umgang mit astrologischen Zeitqualitäten: Sie können unsere Aufmerksamkeit auf bestimmte Themen lenken – entscheiden müssen wir weiterhin selbst.


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1 Kommentar

  1. Vielen Dank für den spannenden Blick auf den wundervollen Monat September . Bin gespannt wie er sich auf meine innere Gefühleswelt und Gesundheit zu erkennen gibt. Schönen Abend 🌹

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